USA feiern Festivals fast rund um die Uhr

Vermutlich kein einziger Tag vergeht, an dem in den USA nicht irgendwo irgendein Festival steigt. Allein die Liste der Musikfestivals scheint endlos. Zu den weltweit größten Festivals dieser Art zählt das dreitägige „Ultra Music Festival“ (UMF), das meist Ende März Zehntausende Fans elektronischer Musik nach Miami zieht. Ebenfalls längst eine Institution ist das „Coachella Valley Music and Arts Festival“ im kalifornischen Coachella Valley von Indio. Namhafte Bands und Künstler rocken an gleich mehreren Tagen im April die Bühnen. Neidisch werden kann man immer wieder auch beim Blick auf das Line-Up fürs „Milwaukee Summerfest“, das jeweils Ende Juni / Anfang Juli im „Henry Maier Festival Park“ von Milwaukee stattfindet. Dieses Event mit Künstlern quer durch unterschiedliche Genres taucht als „World’s Largest Festival“ sogar im Guinnessbuch auf. Dann gibt es noch das „Globalquerque“ im National Hispanic Cultural Center in Albuquerque, das „Banjo Jubilee Jazz Festival“ in San Jose, das klassische „Bellingham Festival of Music“, das „Bumbershoot“ in Seattle, das „Harmony Sweepstakes A Cappella Festival“, das „Jacksonville Jazz Festival“ und so weiter, und so weiter …

Doch der US-amerikanische Festivalkalender bietet weitaus mehr als musikalisch geprägte Events. In Indio zum Beispiel finden neben dem „Coachella“ so viele weitere Festivals statt, dass die Stadt sich selbst den Beinamen „The City of Festivals” gab. So feiert Indio unter anderem seine Dattelpalmen und das traditionelle Gericht Tamale, richtet spezielle Events für Monstertrucks, Rodeoreiter sowie Bier und Wein aus oder lässt die Kultur der Indianer hochleben. Schaut man auf das prallgefüllte Festivalprogramm von New York City, dürften allerdings Zweifel aufkommen, ob Indio tatsächlich Spitzenreiter in Sachen Festivals ist … Ende März, zur Zeit der Pflaumenblüte, beginnt beispielsweise im New York Chinese Scholar’s Garden des Botanischen Gartens auf Staten Island das „Plum Blossom Festival“. Mit dem japanischen Kirschblütenfest „Sakura Matsuri“ lädt dann einen Monat später der Brooklyn Botanic Garden zu einem bunten Familienwochenende ein. Eines der Mai-Highlights ist das „Ninth Avenue International Food Festival“ in Midtown Manhattan. Auf diesem gewaltigen Straßenfest mit Livemusik, Flohmarkt und Straßenkünstlern kann man sich durch die Küchen der Welt futtern, denn die aus aller Herren Ländern stammenden Einwohner des Viertels zwischen 37. und 57. Straße servieren die Gerichte ihrer Heimat.

Einige weitere der im Frühjahr zelebrierten New Yorker Festivals sind das Kunst- und Kulturfestival „Upper West Fest“ in Manhattan, das „Flamenco Festival“ im New York City Center und die international renommierte „Fleet Week“ zu Ehren von Marine Corps, U.S. Navy und Coast Guard. Ebenso bunt geht es weiter: Der Juli überrascht unter anderem Getränkegourmets mit dem „Everything 4 Coffee and Tea Festival“ im Metropolitan Pavillon und Kulturfreaks mit dem Kunst- und Kulturevent „Fringe NYC“ in Lower Manhattan, gespickt mit facettenreichen Bühnendarbietungen internationaler Akteure. Ebenfalls im Sommer locken „Harlem Week“, „Shakespeare in the Park“ sowie das „Hong Kong Dragon Boat Festival“ – um nur einige zu nennen. Weiter geht es im Herbst beispielsweise mit „New York Comedy Festival“, „The New Yorker Festival“, „CultureFest“ und dem „Feast of San Gennaro“. Im Winter lädt Wave Hill dann zum alljährlichen „Celebrating Winter Through Nature“ ins Winterwunderland und – Silvester auf dem Times Square erreicht ja auch fast schon Festivalcharakter … Festivals feiern selbst ganz kleine Orte in den USA. Der Eventkalender des 5.000-Einwohner-Städtchen Frankenmuth in Michigan bietet im Winter zum Beispiel das  Eisskulpturenfestival „Zehnder’s Snowfest“, im Frühjahr „The World Expo of Beer“ und das „Skyfest“, zu dem Hunderte Drachen steigen, und im Sommer das „Bavarian Festival“ …

Jamaika – Traumstrände, Abenteuer und Kolonialarchitektur

Reggae, Rastas und karibische Traumstrände – auch das bietet der nordamerikanische Kontinent. Zwischen Kuba und Haiti liegt Jamaika, Teil der Inselgruppe Große Antillen. Kolumbus entdeckte 1494 die Insel. Anschließend von Spaniern besiedelt, die afrikanische Sklaven auf die Insel brachten, und ab Mitte des 17. Jahrhunderts britische Kolonie erlangte der Inselstaat erst 1962 seine Unabhängigkeit. Was aus der bewegten Geschichte blieb, sind Englisch als Amtssprache, Linksverkehr und eine faszinierende Kultur. Auf Jamaika lässt es sich an von Palmen gesäumten Stränden mit feinem weißen Sand herrlich faulenzen, während vom Meer ganz sanft Wellen ans Ufer schwappen. Bei Lufttemperaturen um die 30 Grad Celsius und Wassertemperaturen von 25 Grad und mehr macht auch das Baden Spaß. Nach Stränden muss man auf der Insel nicht lange suchen, denn es gibt sie fast überall entlang der Küsten. Zu den ruhigsten zählen Frenchman’s Cove Beach in einer Bucht bei Port Antonio im Nordosten, der Half Moon Beach bei Negril an der Westküste, Treasure Beach an der Südküste und der Strand von Discovery Bay an der Nordküste. Einer der populärsten Strände Jamaikas zieht sich im Nordwesten bei Montego Bay am Meer entlang: der Aqua Sol Beach.

Hier herrscht bei Strandsportarten, Bananaboat-, Tretboot- und Jetskifahrten stets Trubel. Und wer trockenen Fußes einen Blick auf die faszinierende Unterwasserwelt riskieren möchte, macht sich mit einem der Glasbodenboote auf den Weg hinaus zu den küstennahen Korallenriffs. Klar, dass in den Gewässern rund um Jamaika auch Taucher herrliche Reviere finden, beispielsweise im Montego Bay Marine Park mit seinen Riffs, Unterwassertunneln und steilen Wänden. Einige Stellen eignen sich auch zum Schnorcheln. Vor der Insel liegen zudem zahlreiche Schiffswracks, unter anderem vor Ocho Rios und Runaway Bay. Auf dem Wasser wartet auf Petrijünger das besondere Abenteuer – Hochseeangeln. In verschiedenen Orten bieten Einheimische solche Touren an, natürlich inklusive Angelausrüstung und einer gehörigen Portion Spaß. Abenteuerlustige finden ihre Herausforderung mit Gänsehautgarantie vor allem auf den Flüssen im Landesinneren: Rafting. Mit Paddel und Schlauchboot kann man sich durch Stromschnellen kämpfen oder sogar Wasserfälle hinab stürzen. Etwas gemächlicher geht es dagegen beim Bamboo Rafting zu – einer Floßfahrt auf einem stillen Flussabschnitt, unter anderem auf dem Rio Grande. Hat man bei Ausflügen wie diesen ganz nebenbei so einiges von der herrlichen Natur der Insel gesehen, sollte man auch mal in die Städte fahren.

Die Hauptstadt Kingston zum Beispiel liegt nicht nur malerisch vor dem Bergpanorama der grünen Blue Mountains an der südöstlichen Küste, sondern sie beherbergt auch viel Sehenswertes. Britische Kolonialbauten fügen sich hier mit modernen Bürogebäuden zu einem harmonischen Stadtbild zusammen, Museen locken mit spannenden Ausstellungen zu Bob Marley, Kunst oder Geschichte. Und unter den zahlreichen Parks gehört der 1783 als botanischer Garten angelegte National Heroes Park mit Skulpturen und Denkmälern sicher zu den besonderen. Unbedingt besuchen sollte man noch Spanish Town, einige Kilometer nordwestlich der Hauptstadt im Landesinneren. Von 1535 bis 1872 war Jamaikas heute zweitgrößte Stadt Hauptstadt des Landes. Auch hier blieben vor allem aus britischer Zeit Kolonialbauten erhalten, darunter King´s House, einst Residenz des Gouverneurs. Mit der im späten 17. Jh. geweihten St. Catherine Parish Church steht in dieser Stadt außerdem Jamaikas älteste anglikanische Kirche. Wer dann noch der Geschichte des legendären Jamaika-Rums auf den Grund gehen möchte, findet westlich von Kingston in St. Elizabeth einen der bekanntesten und ältesten Rumproduzenten, die Appleton Rum Estate. Die Führungen hier schließen übrigens Verkostungen ein.

Grönland – knackige Abenteuer mit den „Big Arctic Five“

Zum nordamerikanischen Kontinent gehört auch die größte Insel der Erde, die politisch jedoch als autonomer Bestandteil zum europäischen Dänemark gehört: Grönland. Mit ihrem wechselhaften arktischen Extremklima ist diese Insel sicher ein sehr spezielles Reiseziel, aber eins, das sich vor allem für Naturbegeisterte lohnt. Wer sich in dieses Abenteuer stürzen möchte, sollte dies allerdings im Rahmen einer organisierten Reise tun, da die Erkundung der Insel mit ihren ausgedehnten unzugänglichen Gebieten auf eigene Faust so einige Gefahren birgt. Zudem ist Grönland extrem groß: Deutschland würde flächenmäßig gut sechs Mal auf die Insel passen. Warme Sachen gehören bei einer Reise nach Grönland auf jeden Fall in den Koffer, schließlich bedecken bis zu drei Kilometer dicke Eisschichten fast die gesamte Insel, lediglich rund 12 Prozent der Landesfläche sind eisfrei. Die meisten der rund 56.000 Grönländer leben entlang der Westküste, knapp 17.000 von ihnen in der Inselhauptstadt Nuuk an der südwestlichen Küste. Unweit dieses Städtchens befindet sich Grönlands Internationaler Flughafen, den man beispielsweise über Reykjavík oder Kopenhagen anfliegt.

Nuuk besteht vor allem aus zweckmäßigen Wohnbauten, es gibt im alten Kolonialhafen jedoch auch ein Stadtviertel, das mit seinen roten, blauen und gelben Häusern stark an die Bauweise der typisch dänischen Holzhäuser erinnert. In diesem ältesten Viertel der grönländischen Hauptstadt steht die 1849 geweihte Erlöserkirche, ein strahlend roter Holzbau mit einer klangvollen Orgel und typisch skandinavischem Interieur. Neben dieser evangelischen Domkirche erhebt sich eine Statue, die an den Pfarrer Hans Egede erinnert, der besser als „Apostel der Grönländer“ bekannt ist. Ganz in der Nähe der Kirche befindet sich das grönländische Nationalmuseum, das zu einer Zeitreise durch Grönlands 4500-jährige Geschichte einlädt. Es gibt beispielsweise eine archäologische Sammlung mit interessanten Fundstücken und die sogenannte Nordische Sammlung zu den ersten aus Europa stammenden Siedlern, insbesondere den Wikingern. Weitere kleinere Sammlungen zeigen Wissenswertes rund um die 1883 gestartete Frauenboot-Expedition von Gustav Holm, zur Jagdtradition und zum Leben der Polar-Inuit in der Thuleregion um 1900. Darüber hinaus sind eine umfangreiche Kajaksammlung, zeitgenössische Kunst und Fotos zu sehen. Vor dem Museum fällt der Blick auf einen riesigen Weihnachtsbaum und gleich daneben auf den roten Briefkasten des Weihnachtsmanns, der am Gebäude der Touristinformation angebracht ist.

Mit etwas Glück kann man hier – abhängig von der Witterung – geführte Touren buchen. Im Sommer, während der Zeit der Mitternachtssonne, sind beispielsweise Ausflüge entlang der Küste möglich, bei denen man Wale beobachten und zusehen kann, wie Eisberge von kalbenden Gletschern abtreiben. Die Temperaturen lassen dann auch Wanderungen im Hinterland zu, auf denen man auf Grönland erstaunlich viel Grün entdeckt. Kommt der erste Frost, überzieht Schnee das gesamte Land und es wird klirrend kalt. Zu den nachhaltigen Eindrücken im Winter gehören die tanzenden Nordlichter und die Polarnächte. In den stockdunklen Nächten sollte man den Blick auch in den Himmel richten, denn wo sonst strahlen die Sterne so schön wie über Grönland? Ein besonderer Spaß ist außerdem eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch endlose Schneewüsten. Wer Lust auf eine Skitour hat, findet sicher einen ortskundigen Führer, der mit der Gegend und den Witterungsverhältnissen vertraut ist. Eine Reise nach Grönland ist sicher nichts für Frostbeulen, aber die „Big Arctic Five“ versprechen Abenteuer pur: Schnee und Eis, Hundeschlitten, Nordlichter, Wale und das Volk der Entdecker – letzteres erwecken heute die Museen zum Leben.

Bahamas – ein Inselreich zum Faulenzen, Träumen und Staunen

Sozusagen vor Floridas und Kubas Haustür liegen die Bahamas. Der mittelamerikanische Inselstaat zieht sich eingangs des Golfs von Mexiko mit mehreren Inselketten und etwa 2.500 Korallenriffs auf rund 14.000 Quadratkilometern durch den Atlantik. Der klangvolle Name „Bahamas“ geht auf die spanischen Entdecker zurück, die das Archipel „Baja Mar“ nannten, was sich mit „flaches Meer“ übersetzen lässt. Tatsächlich gibt es auf keiner der insgesamt rund 700 Inseln nennenswerte Erhebungen. Als höchster „Berg“ der Bahamas gilt der Mount Alvernia auf Cat Island, dessen Gipfelchen in 63 Metern Höhe das von Briten errichtete Franziskanerkloster „The Hermitage“ ziert. Für Bergsteiger eignen sich die Bahamas also nicht, dafür umso mehr für alle, die auf Faulenzen am Strand, Wandern, Radfahren oder Wassersport stehen. Als mit Abstand größte Insel gilt Andros Island im Westen des Archipels. Doch besteht Andros mit ihrer Fläche von knapp 6.000 Quadratkilometern genau genommen aus mehreren eng beieinanderliegenden Inseln. Während entlang der Küstenlinie Kokospalmen an überwiegend einsamen Sandstränden etwas Schatten spenden, überrascht das Hinterland von Andros mit üppiger, scheinbar unberührter Vegetation, Wasserläufen und Seen. Man bekommt wilde Orchideen und andere exotische Vögel zu sehen.

Das absolute Highlight dieser Insel aber ist eines der größten Korallenriffs der Welt, das Andros Barrier Reef vor der Ostküste. Mehr als 200 Kilometer lang lockt diese bizarre Unterwasserwelt Taucher und Schnorchler ebenso wie Angler. Legendär ist Andros zudem für seine farbenfrohe, ornamentreiche Androsia Batik. Östlich von Andros befindet sich mit New Providence die einwohnerreichste Insel der Bahamas. Mehr als 70 Prozent der Gesamtbevölkerung leben hier, die meisten von ihnen in der von britischen Siedlern gegründeten Landeshauptstadt Nassau. Für die bahamaische Metropole sollte man sich auf jeden Fall ein paar Tage Zeit nehmen, denn Nassau gehört zu den charmantesten Kolonialstädten der Karibik. Zu den eindrucksvollen historischen Bauten gehören drei alte Festungen, die auf jene Zeiten zurückgehen, da die Insel Heimat von Piraten war. Die älteste ist das 1742 errichtete Fort Montagu, die größte das 1789 fertiggestellte Fort Charlotte mit einem unvergleichlichen Blick über den Hafen. Ein echter Hingucker auch das Fort Fincastle, Jahrgang 1793 und damit jüngste sowie zudem am höchsten gelegene Festung auf dem Bennet. Weit im Norden des Archipels, auf der Insel Grand Bahama, reizt mit Freeport die zweitgrößte Stadt des Archipels, die erst 1955 gegründet wurde.

Außergewöhnliche Naturerlebnisse bietet direkt am Meer der von Mangrovensümpfen durchzogene Lucayan Nationalpark mit seiner facettenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Über spezielle Einstiege gelangt man hier in ein Unterwasserhöhlensystem, in dem Fledermäuse leben. Exotische Vögel wie Papageien oder Smaragdkolibris kann man im Bahamas National Trust Rand Naturzentrum beobachten, in dem auch zahlreiche botanische Kostbarkeiten zu bestaunen sind. Wer sich für die Bahamas interessiert, sollte im Grand Bahama Museum vorbeischauen, das sich auf mit historischen Aspekten des Archipels befasst und auch zeigt, wie die Unterwasserwelt ringsum aussieht. Die Abaco-Islands in unmittelbarer Nachbarschaft von Grand Bahama beherbergen die drittgrößte Stadt der Bahamas: Marsh Harbor auf Great Abacos. Nicht weit von diesem Hauptort entfernt stößt man auf die Künstlerkolonie Little Harbor mit einer Bronzegießerei sowie verschiedenen Kunstateliers und -werkstätten. Wie überall verwöhnt natürlich auch diese Insel mit jeder Menge Traumstränden. Inselhopping funktioniert übrigens bestens – zwischen den größeren Inseln mit dem Flugzeug und ansonsten per Fähre, Postschiff oder Boot.

Kanada – Eisskulpturen, Straßenkunst, Jazz und vieles mehr

Wer nach Kanada fliegt, tut dies sicher vor allem, um die einmalig schönen Landschaften zu sehen oder das besondere Flair von Städten wie Vancouver, Toronto oder Ottawa zu erleben. Doch ebenso sehen lassen kann sich der Event- und Festivalkalender, sodass sich ein Blick darauf schon bei der Reiseplanung lohnt. Vielleicht kann man dann das eine oder andere Veranstaltungshighlight so ganz nebenbei auch noch mitnehmen. Im Januar lässt die internationale Elite der Eisbildhauer beim „Ice Magic Festival” in den kanadischen Rocky Mountains aus Eisblöcken zauberhafte Figuren entstehen. Das mehrtägige Event findet am und auf dem zugefrorenen Gletschersee Lake Louis in der Provinz Alberta, etwa zwei Autostunden westlich Calgarys, statt. Je nach Witterung kann man die filigranen Figuren dann noch bis in den März hinein vor der zauberhaften Kulisse des mächtigen Victoria-Gletschers bestaunen. Auch in Albertas Jasper Nationalpark herrscht im Januar mehr Trubel als sonst: Beim Winterfestival „Jasper in January“ herrscht zwei Wochen lang Partystimmung, es gibt eine Parade und Dutzende coole Veranstaltungen. Quebec startet im Januar ebenso turbulent ins Jahr.

Der weltweit größte Winterkarneval „Quebec City Winter Carnival“ bietet ausgelassene Stimmung in und um Quebec City sowie ebenfalls ein Eisskulpturenfestival renommierter Künstler aus aller Welt. Um Kunst, Licht und Cuisine dreht es sich beim „Montréal en Lumière – Festival of Lights“, das die Millionenmetropole ab Mitte Februar mit Lichtshows, Konzerten und gastronomischen Leckerbissen zehn Tage lang zelebriert. Skifans erwartet im Februar östlich von Edmonton ein besonderes Spektakel: das „Canadian Birkebeiner Ski Festival“ am Cooking Lake. Im Zeichen der Birkebeiner – nordischer Wikinger – finden zu einem bunten Rahmenprogramm mehrere Langlaufrennen über unterschiedliche Distanzen statt. Ganz im Zeichen der Natur steht ab Ende Februar bis in den April hinein das „Brant Wildlife Festival“ in Parksville und in Qualicum-Strand auf Vancouver Island. Auf geführten Exkursionen sowie bei diversen Veranstaltungen erfährt man viel Wissenswertes über die schwarzbäuchige Ringelgans, die hier während des Vogelzuges rastet. Zu einem der ersten größeren Musikevents des Jahres lädt im Mai Toronto in der Provinz Ontario ein. Während der viertägigen „Canadian Music Week“ stehen vor allem kanadische Bands und Newcomer auf der Bühne. Ebenfalls künstlerisch ausgerichtet ist „The Charlottetown Festival” in der Prince-Edward-Island-Provinz.

Von Mitte Mai bis Oktober kann man in der Provinzhauptstadt alle möglichen Kunst-, Musik- und Theaterdarbietungen erleben. Dass Tulpen auch in Kanada bestens gedeihen, weiß man spätestens nach einem Abstecher zum „Canadian Tulip Festival“, zu dem Ottawa im Mai einlädt. Dann blühen Millionen von Tulpen und das feiert Kanadas Hauptstadt mit Konzerten und Paraden. Naturgemäß geht es in Sachen Festivals und Events dann den ganzen Sommer über auch in Kanada in die Vollen. Zu den renommiertesten Veranstaltungen zählt dabei sicher das „Festival International de Jazz de Montréal“ Ende Juni/Anfang Juli. Im gleichen Zeitraum finden im Land weitere Jazz-Festivals statt, unter anderem in Vancouver und Toronto. Weitere Sommer-Musikfestivals sind „Heavy Montréal“ und „Vancouver Folk Music Festival“, beide am dritten Juli-Wochenende, das internationale „Winnipeg Folk Festival“ sowie das dreitägige Rock-Pop-Open-Air „Osheaga“ im Montrealer Parc Jean-Drapeau. Straßenkünstler und Kunsthandwerker bevölkern im Juli Edmonton und geben beim „Festival’s international cast of street artists“ ihr Bestes. Feste zu feiern verstehen auch die Minderheiten in Kanada, beispielsweise beim „Canada’s National Ukrainian Festival“ im Juli/August in Dauphin oder beim „Islendingadagurinn – Icelander’s Day“ in Gimli am Westufer des Lake Winnipeg – beides liegt in der Provinz Manitoba.