Iqaluit – in der Heimat der Eskimos auf Abenteuerurlaub

Hochgebirgsketten, tiefe Schluchten, weite Ebenen, Salzseen, Fjorde, karibische und andere Inseln, Flussdeltas, Hochland, aktive Vulkane, Kältewüsten – landschaftlich bietet der nordamerikanische Kontinent so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Wem tiefe Temperaturen nichts ausmachen, den erwartet in und um Iqaluit ein außergewöhnlicher Abenteuerurlaub. Iqaluit? Ist eine überwiegend von Inuit bewohnte Stadt im Norden Kanadas, genauer gesagt die Hauptstadt des autonomen Territoriums Nunavut. Zu finden ist Iqaluit im Südosten von Baffin Island, gelegen im Nordpolarmeer südwestlich von Grönland. Mit nur rund 6.300 Bewohnern und einer Fläche von etwa 53 Quadratkilometern zählt Iqaluit zwar zu Kanadas kleinsten Hauptstädten, aber zu sehen und zu erleben gibt es mehr als genug. Die Sommersachen kann man getrost zuhause lassen, denn selbst in den Sommermonaten klettern die Temperaturen nur wenige Grad über Null. Den größten Teil des Jahres herrscht tiefer Frost. Dieses arktische Klima bestimmt das Leben Iqaluits in allen Lebenslagen. Überwiegend flach ducken sich die Gebäude in die Landschaft, asphaltierte Straßen gibt es kaum. Etwas Farbe bringen einige bunt getünchte Fassaden in die ansonsten eher schmucklose Stadt.

Ein echter Hingucker ist allerdings die im Juni 2012 neu eröffnete St. Jude’s Anglican Cathedral, eine Kirche in Gestalt eines Iglus. Im Stadtbild fallen dann noch einige weitere Kirchen auf, darunter die römisch-katholische Church Our Lady of the Assumption, die Pentecostal Church der Pfingstgemeinde und das Bahá’i-Haus der Andacht. Beim Bummel durch Iqaluit kann man sich gut mit Englisch verständigen, auch wenn die Mehrheit der Einheimischen die eskimo-aleutische Sprache Inuktitut spricht. Das wird auch an Verkehrs- und Straßenschildern deutlich, auf denen neben englischen Schriftzeichen die traditionelle Silbenschrift der Inuit zu sehen ist. Verkehrsampeln oder Hausnummern gibt es übrigens nicht. Der rund 4.000 Jahre währenden Kultur der Ureinwohner in der Region widmet sich Iqaluit mit dem Nunatta Sunakkutaangit Museum, untergebracht in einem ehemaligen Gebäude der Hudson’s Bay Company. Gezeigt werden unter anderem Kleidung, Kunstgegenstände und Schmuck der Inuit sowie Werke zeitgenössischer Künstler. Viel Wissenswertes über die Menschen und die Natur der Region vermittelt auch das Unikkaarvik Visitors Centre mit seiner interaktiven Ausstellung. Übersetzt heißt Unikkaarvik so viel wie „Ort, der Geschichten erzählt.”

Informationen bekommt man hier außerdem zu interessanten Ausflügen. Geführte Touren führen beispielsweise zu den uralten Torfhäusern des Thule-Volkes im nahe gelegenen Qaummaarviit Historic Park, im Hundeschlitten zur uralten Inuit Siedlung Illaulittuuq Outpost Camp oder zum Fischen und Wandern in die Mäanderlandschaft des Sylvia Grinnell Rivers. Angeboten werden zudem ausgedehnte oder Tagestouren mit Snowmobil oder Boot. Rund um Iqaluit erstreckt sich vor allem überwiegend flaches Land, auf dessen kargen Böden insbesondere Arktische Weide und Arktischer Mohn gedeihen, Blütenpflanzen, denen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad nichts anhaben. Die einzigartige Schönheit der arktischen Wildnis lässt sich in dieser touristisch kaum erschlossenen Region auch im Ayuittuq National Park erleben, der sich mit schroffer Landschaft präsentiert, in der Gletscher, polares Eis und zerklüftete Felsen aufeinandertreffen. Der Nationalpark beherbergt einige der höchsten Gipfel des Kanadischen Schildes, die steil bis zu 2.000 Meter aufragen. Je nach Jahreszeit und Witterung bieten die Einheimischen Touren mit Hundeschlitten, Schneemobil oder Schneeschuhen an. Und wer sich etwas ganz Besonderes gönnen will, sollte nach einer Schiffsexpedition in die arktischen Gewässer fragen und dabei in unberührter Natur seltenen Tierarten wie Walrossen, Eisbären, Belugas oder Trottellummen begegnen …