Monthly Archives: June 2015

Grönland – knackige Abenteuer mit den „Big Arctic Five“

Zum nordamerikanischen Kontinent gehört auch die größte Insel der Erde, die politisch jedoch als autonomer Bestandteil zum europäischen Dänemark gehört: Grönland. Mit ihrem wechselhaften arktischen Extremklima ist diese Insel sicher ein sehr spezielles Reiseziel, aber eins, das sich vor allem für Naturbegeisterte lohnt. Wer sich in dieses Abenteuer stürzen möchte, sollte dies allerdings im Rahmen einer organisierten Reise tun, da die Erkundung der Insel mit ihren ausgedehnten unzugänglichen Gebieten auf eigene Faust so einige Gefahren birgt. Zudem ist Grönland extrem groß: Deutschland würde flächenmäßig gut sechs Mal auf die Insel passen. Warme Sachen gehören bei einer Reise nach Grönland auf jeden Fall in den Koffer, schließlich bedecken bis zu drei Kilometer dicke Eisschichten fast die gesamte Insel, lediglich rund 12 Prozent der Landesfläche sind eisfrei. Die meisten der rund 56.000 Grönländer leben entlang der Westküste, knapp 17.000 von ihnen in der Inselhauptstadt Nuuk an der südwestlichen Küste. Unweit dieses Städtchens befindet sich Grönlands Internationaler Flughafen, den man beispielsweise über Reykjavík oder Kopenhagen anfliegt.

Nuuk besteht vor allem aus zweckmäßigen Wohnbauten, es gibt im alten Kolonialhafen jedoch auch ein Stadtviertel, das mit seinen roten, blauen und gelben Häusern stark an die Bauweise der typisch dänischen Holzhäuser erinnert. In diesem ältesten Viertel der grönländischen Hauptstadt steht die 1849 geweihte Erlöserkirche, ein strahlend roter Holzbau mit einer klangvollen Orgel und typisch skandinavischem Interieur. Neben dieser evangelischen Domkirche erhebt sich eine Statue, die an den Pfarrer Hans Egede erinnert, der besser als „Apostel der Grönländer“ bekannt ist. Ganz in der Nähe der Kirche befindet sich das grönländische Nationalmuseum, das zu einer Zeitreise durch Grönlands 4500-jährige Geschichte einlädt. Es gibt beispielsweise eine archäologische Sammlung mit interessanten Fundstücken und die sogenannte Nordische Sammlung zu den ersten aus Europa stammenden Siedlern, insbesondere den Wikingern. Weitere kleinere Sammlungen zeigen Wissenswertes rund um die 1883 gestartete Frauenboot-Expedition von Gustav Holm, zur Jagdtradition und zum Leben der Polar-Inuit in der Thuleregion um 1900. Darüber hinaus sind eine umfangreiche Kajaksammlung, zeitgenössische Kunst und Fotos zu sehen. Vor dem Museum fällt der Blick auf einen riesigen Weihnachtsbaum und gleich daneben auf den roten Briefkasten des Weihnachtsmanns, der am Gebäude der Touristinformation angebracht ist.

Mit etwas Glück kann man hier – abhängig von der Witterung – geführte Touren buchen. Im Sommer, während der Zeit der Mitternachtssonne, sind beispielsweise Ausflüge entlang der Küste möglich, bei denen man Wale beobachten und zusehen kann, wie Eisberge von kalbenden Gletschern abtreiben. Die Temperaturen lassen dann auch Wanderungen im Hinterland zu, auf denen man auf Grönland erstaunlich viel Grün entdeckt. Kommt der erste Frost, überzieht Schnee das gesamte Land und es wird klirrend kalt. Zu den nachhaltigen Eindrücken im Winter gehören die tanzenden Nordlichter und die Polarnächte. In den stockdunklen Nächten sollte man den Blick auch in den Himmel richten, denn wo sonst strahlen die Sterne so schön wie über Grönland? Ein besonderer Spaß ist außerdem eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch endlose Schneewüsten. Wer Lust auf eine Skitour hat, findet sicher einen ortskundigen Führer, der mit der Gegend und den Witterungsverhältnissen vertraut ist. Eine Reise nach Grönland ist sicher nichts für Frostbeulen, aber die „Big Arctic Five“ versprechen Abenteuer pur: Schnee und Eis, Hundeschlitten, Nordlichter, Wale und das Volk der Entdecker – letzteres erwecken heute die Museen zum Leben.

Bahamas – ein Inselreich zum Faulenzen, Träumen und Staunen

Sozusagen vor Floridas und Kubas Haustür liegen die Bahamas. Der mittelamerikanische Inselstaat zieht sich eingangs des Golfs von Mexiko mit mehreren Inselketten und etwa 2.500 Korallenriffs auf rund 14.000 Quadratkilometern durch den Atlantik. Der klangvolle Name „Bahamas“ geht auf die spanischen Entdecker zurück, die das Archipel „Baja Mar“ nannten, was sich mit „flaches Meer“ übersetzen lässt. Tatsächlich gibt es auf keiner der insgesamt rund 700 Inseln nennenswerte Erhebungen. Als höchster „Berg“ der Bahamas gilt der Mount Alvernia auf Cat Island, dessen Gipfelchen in 63 Metern Höhe das von Briten errichtete Franziskanerkloster „The Hermitage“ ziert. Für Bergsteiger eignen sich die Bahamas also nicht, dafür umso mehr für alle, die auf Faulenzen am Strand, Wandern, Radfahren oder Wassersport stehen. Als mit Abstand größte Insel gilt Andros Island im Westen des Archipels. Doch besteht Andros mit ihrer Fläche von knapp 6.000 Quadratkilometern genau genommen aus mehreren eng beieinanderliegenden Inseln. Während entlang der Küstenlinie Kokospalmen an überwiegend einsamen Sandstränden etwas Schatten spenden, überrascht das Hinterland von Andros mit üppiger, scheinbar unberührter Vegetation, Wasserläufen und Seen. Man bekommt wilde Orchideen und andere exotische Vögel zu sehen.

Das absolute Highlight dieser Insel aber ist eines der größten Korallenriffs der Welt, das Andros Barrier Reef vor der Ostküste. Mehr als 200 Kilometer lang lockt diese bizarre Unterwasserwelt Taucher und Schnorchler ebenso wie Angler. Legendär ist Andros zudem für seine farbenfrohe, ornamentreiche Androsia Batik. Östlich von Andros befindet sich mit New Providence die einwohnerreichste Insel der Bahamas. Mehr als 70 Prozent der Gesamtbevölkerung leben hier, die meisten von ihnen in der von britischen Siedlern gegründeten Landeshauptstadt Nassau. Für die bahamaische Metropole sollte man sich auf jeden Fall ein paar Tage Zeit nehmen, denn Nassau gehört zu den charmantesten Kolonialstädten der Karibik. Zu den eindrucksvollen historischen Bauten gehören drei alte Festungen, die auf jene Zeiten zurückgehen, da die Insel Heimat von Piraten war. Die älteste ist das 1742 errichtete Fort Montagu, die größte das 1789 fertiggestellte Fort Charlotte mit einem unvergleichlichen Blick über den Hafen. Ein echter Hingucker auch das Fort Fincastle, Jahrgang 1793 und damit jüngste sowie zudem am höchsten gelegene Festung auf dem Bennet. Weit im Norden des Archipels, auf der Insel Grand Bahama, reizt mit Freeport die zweitgrößte Stadt des Archipels, die erst 1955 gegründet wurde.

Außergewöhnliche Naturerlebnisse bietet direkt am Meer der von Mangrovensümpfen durchzogene Lucayan Nationalpark mit seiner facettenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Über spezielle Einstiege gelangt man hier in ein Unterwasserhöhlensystem, in dem Fledermäuse leben. Exotische Vögel wie Papageien oder Smaragdkolibris kann man im Bahamas National Trust Rand Naturzentrum beobachten, in dem auch zahlreiche botanische Kostbarkeiten zu bestaunen sind. Wer sich für die Bahamas interessiert, sollte im Grand Bahama Museum vorbeischauen, das sich auf mit historischen Aspekten des Archipels befasst und auch zeigt, wie die Unterwasserwelt ringsum aussieht. Die Abaco-Islands in unmittelbarer Nachbarschaft von Grand Bahama beherbergen die drittgrößte Stadt der Bahamas: Marsh Harbor auf Great Abacos. Nicht weit von diesem Hauptort entfernt stößt man auf die Künstlerkolonie Little Harbor mit einer Bronzegießerei sowie verschiedenen Kunstateliers und -werkstätten. Wie überall verwöhnt natürlich auch diese Insel mit jeder Menge Traumstränden. Inselhopping funktioniert übrigens bestens – zwischen den größeren Inseln mit dem Flugzeug und ansonsten per Fähre, Postschiff oder Boot.