Monthly Archives: November 2014

If you’re going to San Francisco …

Scott McKenzies Ohrwurm von 1967 fällt den meisten beim Gedanken an San Francisco vermutlich ebenso ein, wie die Golden Gate Bridge und historische Cable Cars, die steil bergauf oder -ab fahren. Doch was noch? Die Metropole im Sonnenstaat Kalifornien liegt auf einer Halbinsel an der Westküste der USA. Viel Wasser umgibt San Francisco – im Westen befindet sich der Pazifischen Ozean, im Osten die Bucht von San Francisco und im Norden spannt sich die Brücke über die Golden Gate-Meeresstraße. Übrigens: Wer meint, die berühmte Brücke sei rot, der irrt. Ganz offiziell nennt sich die Farbe „International Orange”. Ihre Lage beschert der Stadt ein angenehmes, allerdings sehr wechselhaftes Klima.

Tage ganz ohne Sonnenschein gibt es so gut wie nie. Obwohl eine Stadt, in der mehr als acht Millionen Menschen leben, geht es in San Francisco beschaulich zu. Das liegt vielleicht daran, dass die überaus sympathischen Einheimischen Fremden stets freundlich und gelassen begegnen. Sicher trägt auch die eher übersichtliche Struktur San Franciscos dazu bei: Fast überall hin gelangt man bequem mit Cable Car oder zu Fuß, auch wenn man angesichts der vielen Anstiege dabei hin und wieder etwas aus der Puste kommt. Den besonderen Charme der Stadt macht die bunte Mischung aus anziehenden Stadtvierteln, Parks, Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angeboten aus. Dazu kommen unvergleichliche Naturhighlights im Umland, zu denen neben Traumstränden unter anderem die Twin Peaks, das Muir Woods National Monument und idyllische Weinbaugebiete zählen. Über das Stadtgebiet verteilen sich 42 Hügel, die schon in spektakulären Auto-Verfolgungsjagden unzähliger Film- und Fernsehproduktionen zu sehen waren. Die einspurige Lombard Street mit den Blumenbeeten auf dem Russian Hill, die sich serpentinenartig den Berg hinaufschlängelt, gilt als weltweit kurvenreichste und vermutlich meistfotografierte Straße. Was San Francisco zudem so unverwechselbar macht, sind die schmucken viktorianischen Häuser aus verschiedenen Epochen. Aber San Francisco ist zugleich eine sehr moderne Stadt mit zahlreichen Hochhausbauten. Höchstes Gebäude ist die Transamerica Pyramid in der Montgomery Street, ein 260 Meter hoher Wolkenkratzer mit 48 Stockwerken. Die Zeit der 1960er, in der Scott McKenzies legendärer Song entstand, lebt bis heute vor allem in der besonderen Atmosphäre von Haight-Ashbury, dem berühmten Hippieviertel unweit des Golden Gate Parks.Und das ganz besonders während des jährlich am zweiten Juni-Samstag stattfindenden Festivals „Haight-Ashbury Street Fair”.

Aufregende Festivals und Events kann man in San Franciscos Stadtvierteln übrigens zu jeder Jahreszeit miterleben. Das beginnt gleich im Januar mit dem aufwendig zelebrierten Chinesischen Neujahrsfest in Chinatown. Gemeinsam mit Einheimischen und Touristen feiern die Iren dann im März den Saint Patricks Day, unter anderem mit einer bunten Parade. Im April folgt das traditionelle Kirschblütenfest im auch als Japantown bekannten Nihonmachi. Im Juni geht es weiter mit dem North Beach Festival in „Little Italie“, wie der North Beach District inoffiziell heißt. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen – mit Stadtteilfesten, Musikfestivals und Sportveranstaltungen. Und wer kalifornischem Wein beim Reifen zusehen möchte, fährt ins einen Katzensprung entfernte Weinbaugebiet nördlich von San Francisco. Im weltbekannten Weintal Napa Valley und im Weinbaugebiet von Sonoma Valley laden jede Menge „Wineries“ zu Besichtigungen – und natürlich Verkostungen – ein. Ein Stückchen weiter kommt man an die Bodega Bay, die vielen bekannt vorkommen dürfte: Hier entstanden „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock.

Der Weg als Ziel – Roadtrips in den USA

Auch schon mal ins Grübeln gekommen, ob die legendäre Route 66 nun in Nord-Süd- oder West-Ost-Richtung verläuft? Oder mal was vom „Million Dollar Highway“ gehört? Wer sich mit US-amerikanischen Straßen wie diesen befasst, steht zweifellos auf Abenteuer mit dem Weg als Ziel. Für viele dieser Touren muss man allerdings schon einiges an Zeit mitbringen, denn es sind gewaltige Strecken zu bewältigen. Das gilt auch – und ganz besonders – für die von der Pazifikküste bis an den Michigan-See verlaufende Route 66. Zwischen Chicago in Illinois und Santa Monica in Kalifornien liegen rund 3.940 Kilometer. Zum Vergleich: Die größte Nord-Süd-Ausdehnung Deutschlands beträgt 886 Kilometer Luftlinie. Anfang des vorigen Jahrhunderts als eine der ersten asphaltierten Transkontinentalstraßen gebaut, diente die Route 66 einst als wichtigste Verbindung zwischen dem Mittleren Westen und dem Osten der USA. Abschnittsweise lösten dann bereits ab Mitte der 1950er Jahre riesige, moderne Highways diese historische Straßenverbindung nach und nach ab, sodass die einspurige Landstraße für den Verkehr inzwischen bedeutungslos wurde.

Doch obwohl es den einstigen „U.S. Highway 66“ offiziell schon seit 1985 nicht mehr gibt, ziehen die erhalten gebliebenen Teilabschnitte der Route 66 nach wie vor Touristen aus aller Welt an. Die unterschiedlich ausgeschilderte Strecke führt durch insgesamt acht Bundesstaaten und vorbei an zahlreichen nostalgischen Sehenswürdigkeiten wie Tankstellen, Motels, Brücken und auffälligen Werbefiguren. Am Adams Blvd in Chicago findet man ein Schild, das den Beginn der Route 66 markiert. In Illinois folgt man den „Route 66“-Schildern, in Missouri der „Old 66“, in Kansas der State Route „KS 66“. Im Bundesstaat Oklahoma weisen die „OK 66“-Schilder den weiteren Weg, bevor es einige Kilometer durch Texas geht. In New Mexico orientiert man sich dann wieder an „Old 66“-Schildern, in Arizona an denen mit der Aufschrift „AZ 66“ und in Kalifornien bis zum Pier in Santa Monica wieder an der „Route 66“. Eine Tour auf der originalen „Route 66“ sollte man in jedem Fall gut vorbereiten, und das nicht nur, um auch einige der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke nicht zu verpassen. Empfehlenswert ist, sich ein Buch mitzunehmen, das die genaue Route beschreibt. Denn wer sich vorstellt, einfach immer nur geradeaus fahren zu müssen, verirrt sich vermutlich. Inzwischen fehlen der „Mutter aller Straßen“ immer wieder einige Streckenabschnitte, auf denen man auf neu gebaute Autobahnen ausweichen muss.

Während die „Route 66“ sicher zu den bekanntesten Straßen der Welt gehört, gibt es in den USA einige weitere, nicht weniger reizvolle Routen. Die US Route 1 zum Beispiel. Sie verbindet Key West im Süden Floridas mit Fort Kent/Maine an der kanadischen Grenze. Über rund 3.840 Kilometer führt diese östlichste Nord-Süd-Verbindung durch 14 Bundesstaaten und die US-Hauptstadt, meist am Atlantik entlang. Auf dieser Route kommt man durch Metropolen wie Miami, New York, Boston und Washington D.C., aber auch durch ländliche Gegenden mit Plantagen und Sümpfen. Als „Million Dollar Highway“ ist ein knapp 40 Kilometer langer Abschnitt der US Route 550 bekannt, der zwischen Ouray und Silverton in Colorado liegt. Diese Tour bietet richtig was fürs Auge, denn sie führt durch die Schlucht des Uncomphagre Rivers, weiter über Coal Bank Pass und Molas Pass – jeweils auf gut 3.000 Metern Höhe – und vorbei an Bergen, die Erze in prächtige Farben tauchen. Solche Traumstraßen bieten die USA noch einige mehr: Mohawk-Trail, Alpine Loop Road, Highway 50 (Pony Express), Trail Ridge Road, Great River Road, Highway 61, Oregon Trail …