Wo sich Gründer in den USA bei Städtenamen inspirieren ließen

In vielen Regionen der USA begegnet man deutschen Ortsnamen wie Berlin, Hamburg oder Heidelberg. Doch auch andere mehr oder weniger große Städte aus aller Welt schafften es mit ihrem Namen auf die Landkarte Nordamerikas. Darunter findet man Metropolen ebenso wie weniger bedeutende Orte. Was allen gemeinsam ist: Keinen dieser Namenszwillinge findet man in Statistiken zur Einwohnerzahl wirklich weit vorn. Lust auf eine kleine Weltreise innerhalb der USA? Hier einige Beispiele.

 

Saint Petersburg (Florida)

Mit immerhin knapp 250.000 Einwohnern schaffte es Saint Petersburg (Florida) auf Platz 76 in der Liste der größten US-amerikanischen Städte. Die meist einfach „St. Pete“ genannte Hafenstadt auf einer Halbinsel in der Tampa Bay im westlichen Pinellas County gehört zu den fünf größten Orten des Bundesstaates. Der Ort St. Petersburg am Golf von Mexiko erhielt seinen Namen von einem russischen Aristokraten, der Ende des 19. Jh. eine Bahnstrecke hierher führte – die wurde allerdings 1967 endgültig stillgelegt. Dafür entwickelte sich der Hafen zu einem bedeutenden Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe auf Routen Richtung Key West, Mittelamerika und Kuba. Außerdem schaukeln im Hafen von St. Pete ungezählte Jachten. Neben Hafen und Pier lockt die Stadt mit mehreren hochklassigen Museen. So zeigt das Dali Museum außerhalb Spaniens die umfangreichste Sammlung von Werken des surrealistischen Künstlers und das St. Petersburg Museum of Fine Arts präsentiert mehrere Tausend Exponate, die den Bogen vom Altertum zu zeitgenössischen Künstlern spannen – darunter Werke von Renoir, Cézanne und Monet, Skulpturen, Glaskunst sowie Fotografien. Russische Kunst unterschiedlichster Genres zeigt St. Petersburg selbstverständlich ebenfalls – im Florida International Museum. Abgesehen von den Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt im Umland auch noch herrlich weiße Sandstrände, die zu den schönsten der Vereinigten Staaten zählen.

 

Birmingham (Alabama)

Noch gerade so rutscht Birmingham (Alabama) als 97. in die Top 100 der größten US-amerikanischen Städte. Alabamas größte Stadt liegt mit gut 210.000 Bewohnern im Jefferson County. Wo einst Indianerstämme auf die Jagd gingen, siedelten im Jahr 1813 die ersten europäischen Einwanderer. Die offizielle Stadtgründung geht auf das Jahr 1871 zurück, der Name auf die britische Großstadt. Wie ihr Namensvetter entwickelte sich die amerikanische Stadt zu einem Industriestandort, allerdings vornehmlich der Stahlindustrie. Neben „Alabama Splash Adventure“, dem Freizeitpark unweit des südwestlichen Vorortes Bessemer, und den „Watermark Place Outlets” bietet Birmingham vor allem zahlreiche sehenswerter historische Bauten – viele im Five Points South Historic District – und diverse Industriedenkmäler. Reich ist die Stadt außerdem an interessanten Museen, darunter das Museum of Art, die Alabama Jazz Hall of Fame oder das Southern Museum of Flight. Sehenswert auch die Botanical Gardens und der Birmingham Zoo. In der Umgebung Birminghams stößt man darüber hinaus auf mehrere Freiluftmuseen und den Rickwood Caverns State Park mit eindrucksvollen Kalksteinhöhlen.

 

Alexandria (Virginia)

Wenig gemein mit der vermeintlichen Namensgeberin hat Alexandria im US-Bundesstaat Virginia. Doch der Name des 140.000-Einwohner-Städtchens westlich des Potomac Rivers geht auch gar nicht auf die ägyptische Metropole zurück. Vielmehr stand Captain Philip Alexander II. Namenspate, der Mitte des 18. Jh. eine Petition einbrachte, um auf dem Gebiet des ehemaligen Bel Haven / Huntington Creek Warehouse eine Stadt zu errichten. Vor den Toren von Washington D. C. steht heute eine moderne Stadt mit einem Altstadtviertel – genannt Old Town – voller historischer Gebäude, in denen sich Boutiquen und Läden aller Art, Antiquitätenhändler, Restaurants und Theater angesiedelt haben. George Washington, dem ersten US-Präsidenten, widmet Alexandria das imposante George Washington Masonic National Memorial. Besonders interessant sind die Sammlungen der Museen von Alexandria, die von regionaler Geschichte im The Lyceum über Grabungsfunde im Archeology Museum bis hin zum Torpedo Factory Art Center reichen, das mit seiner multimedialen Ausstellung auch Kunstbanausen begeistern wird. Wer sich für Alabama in Virginia interessiert, sollte aufpassen, denn es gibt mindestens einen weiteren Ort dieses Namens in den USA: Alexandria (Louisiana) mit weniger als 50.000 Bewohnern.

 

Athens (Georgia)

Die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles inspirierten die Gründer der Stadt auf dem Piedmont-Plateau in Georgia 1806 zum Namen Athens. Da stand in der aus wenigen Häusern bestehenden Ansiedlung namens Cedar Shoals am Ufer des Oconee River kurioserweise bereits die 1801 gegründete Universität. Zu einem gewissen Reichtum gelangte die Universitätsstadt durch Baumwoll- und Textilindustrie. Rund 120.000 Menschen bevölkern die Stadt heute, darunter rund 30.000 Studenten der University of Georgia. Das älteste erhaltene Wohngebäude von Athens – das 1820 errichtete Church-Waddel-Brumby House – beherbergt heute ein Museum. Daneben bekommt man in der Stadt zahlreiche weitere historische Bauten zu sehen, unter anderem prachtvolle Villen, mehrere Kirchen und Kapellen sowie das 1910 eröffnete Morton Theatre. Neben einigen weiteren Parkanlagen zählen der State Botanical Garden of Georgia und das University of Georgia Arboretum zu den besonderen Oasen von Athens. Außerdem lädt die Stadt in einige außergewöhnliche Museen, darunter das ENSAT-Center mit einer interaktiven Ausstellung rund um die Naturwissenschaften. Dass sich in Athens eine kunterbunte Kultur- und Kneipenszene etabliert hat, versteht sich angesichts der vielen jungen Leute in der Stadt von selbst. Einige Kuriositäten hat die Stadt darüber hinaus noch zu bieten: eine Doppelrohr-Kanone und den „Tree that owns itself“ – übersetzt: Baum, der sich selbst besitzt. Übrigens: Eine weitere US-Stadt namens Athens liegt am Hocking River in Ohio – eine Studentenstadt nur wenige Kilometer westlich von Vienna (Ohio) …

 

Manchester (New Hampshire)

Mit etwa 110.000 Einwohnern leben in Manchester (New Hampshire) fast drei Mal so viele Menschen wie in Concord, der Hauptstadt dieses eher dünn besiedelten US-Bundesstaates in der Region Neuengland. Bevor die Stadt im Jahr 1810 den Namen der in England angesiedelten, weltweit ersten Industriestadt Manchester erhielt, hieß sie immer wieder anders. Die Indianer nannten sie Namoskeag – übersetzt etwa „ein guter Ort zum Fischen“ und die ersten Siedler dann 1722 Old Harry’s Town, später wurde daraus Tyngstown und 1751 schließlich Derryfield. Manchester lockt mit herrlichen Shoppingmöglichkeiten, unter anderem in The Mall of New Hampshire – mit mehr als 120 Läden einer der größten Shoppingtempel New Hampshires. Gelegen im Tal des Merrimack Rivers bietet die Stadt neben einem grünen Umland diverse Sehenswürdigkeiten. So kann man im Currier Museum of Art neben Skulpturen, Malereien, Fotografien und dekorativen Werken amerikanischer Künstler auch Originale von Picasso, Matisse und Monet bestaunen. Ähnlich überraschend vielseitig präsentieren sich auch die anderen Museen der Stadt, beispielsweise das Lawrence L. Lee Scouting Museum, das alles rund um die außergewöhnliche Thematik „Pfadfinder“ sammelt.

 

Carlsbad (Kalifornien)

Wer nach Carlsbad im kalifornischen San Diego County reist, wird sich wundern. Denn in dieser Stadt leben nicht nur doppelt so viele Menschen wie im tschechischen Kurort Karlovy Vary (Karlsbad), sie ist auch flächenmäßig doppelt so groß. Dafür sprudelt aus der 1882 entdeckten Mineralquelle allerdings ein Wässerchen, das in seiner Zusammensetzung dem der böhmischen Stadt verblüffend ähnelt. So verwundert es nicht, dass aus dem Ort Agua Hedionda 1887 Carlsbad wurde. Gelegen an der Pazifikküste zwischen L.A. und San Diego gehören statt Kuren allerdings Faulenzen am Sandstrand und Wassersport zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten, auch wenn die Mineralquelle mit ihrer Fontäne noch immer zur Verkostung einlädt. Vor allem Familien mit Kindern sollten Carlsbad besuchen, denn immerhin beherbergt das Städtchen das Legoland®California Resort und ein SeaLifeAquarium®.

 

Cambridge (Massachusetts)

Ihrem großen Vorbild im britischen Cambridgeshire alle Ehre macht die Stadt Cambridge Massachusetts. Die hier ansässige Harvard University, gegründet von englischen Einwanderern, gehört längst zu den besten der Welt und genießt einen mindestens ebenso guten Ruf wie die englische University of Cambridge. Mit dem Massachusetts Institute of Technology gibt es sogar noch eine weitere Eliteuniversität von Weltruf. Teilweise erscheint Cambridge tatsächlich „very british“, beispielsweise auf den von roten Backsteinbauten gesäumten Plätzen Harvard Square und Inman Square oder beim Anblick von Cambridge City Hall und Cambridge Public Library. Das nicht selten als Bostoner Vorort betrachtete Cambridge bietet neben seinem faszinierenden Stadtbild mit den gepflegten historischen Gebäuden eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Insbesondere ins Harvard Art Museum in der Quincy Street sollte man viel Zeit mitbringen, denn das besteht aus mehreren Museen sowie mehreren Forschungszentren. Die Museen The Fogg, Busch-Reisinger und Arthur M. Sackler beherbergen zusammen um die 250.000 Exponate aus aller Welt, die vom Altertum bis in die heutige Zeit aus allen Epochen stammen.

 

Und sonst gibt es in den USA noch …

… knapp 20 Orte namens Paris und um die 40 Mal Berlin. Auch Vienna, London, Dublin, Belfast, Melbourne und San Jose fanden Gründungsväter bei der Namenswahl für ihr neues Zuhause in den Vereinigten Staaten genau richtig. Ein Sydney gibt es in den USA übrigens nicht – dafür aber, wie übrigens auch einen weiteren London genannten Ort, in Kanada.

Kanada – Nationalparks und Schutzgebiete, wohin das Auge schaut

Mit Kanada verbinden wohl die meisten außergewöhnlich reizvolle und urwüchsige Natur. Tatsächlich knapp die Hälfte der riesigen Landesfläche überziehen dichte Wälder, darunter ausgedehnte Urwaldgebiete. Ebenso bekannt ist Kanada für mächtige Gebirgsregionen, malerische Seenlandschaften und weites Tiefland. Große Teile des Landes behütet Kanada in seinen mehr als 40 Nationalparks sowie Hunderten regional verwalteten Provincial und Territorial Parks. Kanadas ältester Nationalpark, der Banff-Nationalpark, entstand 1885 in der Provinz Alberta nach Entdeckung einer heißen Quelle. Aus den anfangs 26 Quadratkilometern am Nordhang des 2.451 Meter hohen Sulphur Mountains entwickelte sich inzwischen ein mehr als 6.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiet in den Rocky Mountains, das neben Bergen, Gletschern und Schluchten auch Wälder, smaragdgrüne Seen, Flüsse und Wasserfälle einschließt. 1886 kamen in der benachbarten Provinz British Columbia in Kanadas Südwesten bereits zwei weitere Nationalparks hinzu: der Glacier- und der Yoho-Nationalpark. Auch wer nicht unbedingt zum Wintersport, zum Klettern oder zum Gletscherwandern in den Yoho-Nationalpark kommt, wird beim Anblick von Wasserfällen wie dem über 250 Meter hohen Takakkaw Falls oder den etwa 80 Meter hohen Twin Falls seine Freude haben.

Kanadas größter Nationalpark, der 1922 gegründete Wood-Buffalo-Nationalpark, liegt im Nordosten Albertas und nimmt mit mehr 44.800 Quadratkilometern eine Fläche ein, in die Dänemark locker hineinpassen würde. Vor allem Seen, Deltas, Feucht- und Sumpfgebiete sowie Salztonebenen oder Salzwüsten prägen dieses Areal. Hier kann man neben Elchen, Bären und Wanderfalken unter anderem Bisons und Kraniche zu Gesicht bekommen. Mit dem Quttinirpaaq-Nationalpark befindet sich Kanadas zweitgrößter und nördlichster Nationalpark in der Provinz Nunavut. Wer diesen Nationalpark im Norden der Ellesmere-Insel besuchen möchte, braucht neben viel Glück auch ausgesprochen warme Kleidung. Diesen Nationalpark am Arktischen Ozean kann man nur in Ausnahmefällen besuchen. Jedermann zugänglich ist hingegen jederzeit Kanadas kleinstes Schutzgebiet, der nur neun Quadratkilometer umfassende Thousand-Islands-Nationalpark am Sankt-Lorenz-Strom in Ontarios Südosten. Wie der Name schon vermuten lässt, stößt man in diesem Schutzgebiet zwischen Brockville und Kingston auf diverse Inseln, die man übrigens alle nur per Boot erreicht.

Drei Nationalparks findet man in der Provinz Yukon im Nordwesten Kanadas, darunter den Kluane National Park and Reserve. Der gehört zum UNESCO-Welterbe und beherbergt neben dem namensgebenden Gletschereisfeld mit dem Mount Logan auch Kanadas höchsten Berg, dessen Gipfel 5.959 Meter erreicht. Interessantes bieten auch die beiden Nationalparks der Provinz Manitoba: Der Wapusk National Park, zu finden an der Hudson Bay zwischen Cape Churchill und Nelson-River-Mündung, präsentiert sich mit abwechslungsreichen Landstrichen, die von Marschland und von Dünen gesäumten Stränden über Tundra, Moore und Sümpfe bis hin zu Taiga und Seenlandschaften reichen. Ein Teil dieses Nationalparks liegt zudem in der Permafrostregion. Der Riding-Mountain-Nationalpark, ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat, erstreckt sich südlich von Dauphin und überrascht am Rande der Prärielandschaft Manitobas mit viel Wald, Wiesen, Flüssen und Seen. Ein ideales Wandergebiet, durch das sich zahlreiche ausgeschilderte Wege ziehen. Zu den vielleicht schönsten regionalen Schutzgebieten gehört der Algonquin Provincial Park zwischen Toronto und Ottawa. Er vereint Laub- und Nadelwälder mit Sumpfgebieten und steil aufragenden Felswände zu Bilderbuchlandschaften, denen knapp 2.500 Seen noch das i-Tüpfelchen aufsetzen.

Iqaluit – in der Heimat der Eskimos auf Abenteuerurlaub

Hochgebirgsketten, tiefe Schluchten, weite Ebenen, Salzseen, Fjorde, karibische und andere Inseln, Flussdeltas, Hochland, aktive Vulkane, Kältewüsten – landschaftlich bietet der nordamerikanische Kontinent so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Wem tiefe Temperaturen nichts ausmachen, den erwartet in und um Iqaluit ein außergewöhnlicher Abenteuerurlaub. Iqaluit? Ist eine überwiegend von Inuit bewohnte Stadt im Norden Kanadas, genauer gesagt die Hauptstadt des autonomen Territoriums Nunavut. Zu finden ist Iqaluit im Südosten von Baffin Island, gelegen im Nordpolarmeer südwestlich von Grönland. Mit nur rund 6.300 Bewohnern und einer Fläche von etwa 53 Quadratkilometern zählt Iqaluit zwar zu Kanadas kleinsten Hauptstädten, aber zu sehen und zu erleben gibt es mehr als genug. Die Sommersachen kann man getrost zuhause lassen, denn selbst in den Sommermonaten klettern die Temperaturen nur wenige Grad über Null. Den größten Teil des Jahres herrscht tiefer Frost. Dieses arktische Klima bestimmt das Leben Iqaluits in allen Lebenslagen. Überwiegend flach ducken sich die Gebäude in die Landschaft, asphaltierte Straßen gibt es kaum. Etwas Farbe bringen einige bunt getünchte Fassaden in die ansonsten eher schmucklose Stadt.

Ein echter Hingucker ist allerdings die im Juni 2012 neu eröffnete St. Jude’s Anglican Cathedral, eine Kirche in Gestalt eines Iglus. Im Stadtbild fallen dann noch einige weitere Kirchen auf, darunter die römisch-katholische Church Our Lady of the Assumption, die Pentecostal Church der Pfingstgemeinde und das Bahá’i-Haus der Andacht. Beim Bummel durch Iqaluit kann man sich gut mit Englisch verständigen, auch wenn die Mehrheit der Einheimischen die eskimo-aleutische Sprache Inuktitut spricht. Das wird auch an Verkehrs- und Straßenschildern deutlich, auf denen neben englischen Schriftzeichen die traditionelle Silbenschrift der Inuit zu sehen ist. Verkehrsampeln oder Hausnummern gibt es übrigens nicht. Der rund 4.000 Jahre währenden Kultur der Ureinwohner in der Region widmet sich Iqaluit mit dem Nunatta Sunakkutaangit Museum, untergebracht in einem ehemaligen Gebäude der Hudson’s Bay Company. Gezeigt werden unter anderem Kleidung, Kunstgegenstände und Schmuck der Inuit sowie Werke zeitgenössischer Künstler. Viel Wissenswertes über die Menschen und die Natur der Region vermittelt auch das Unikkaarvik Visitors Centre mit seiner interaktiven Ausstellung. Übersetzt heißt Unikkaarvik so viel wie „Ort, der Geschichten erzählt.”

Informationen bekommt man hier außerdem zu interessanten Ausflügen. Geführte Touren führen beispielsweise zu den uralten Torfhäusern des Thule-Volkes im nahe gelegenen Qaummaarviit Historic Park, im Hundeschlitten zur uralten Inuit Siedlung Illaulittuuq Outpost Camp oder zum Fischen und Wandern in die Mäanderlandschaft des Sylvia Grinnell Rivers. Angeboten werden zudem ausgedehnte oder Tagestouren mit Snowmobil oder Boot. Rund um Iqaluit erstreckt sich vor allem überwiegend flaches Land, auf dessen kargen Böden insbesondere Arktische Weide und Arktischer Mohn gedeihen, Blütenpflanzen, denen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad nichts anhaben. Die einzigartige Schönheit der arktischen Wildnis lässt sich in dieser touristisch kaum erschlossenen Region auch im Ayuittuq National Park erleben, der sich mit schroffer Landschaft präsentiert, in der Gletscher, polares Eis und zerklüftete Felsen aufeinandertreffen. Der Nationalpark beherbergt einige der höchsten Gipfel des Kanadischen Schildes, die steil bis zu 2.000 Meter aufragen. Je nach Jahreszeit und Witterung bieten die Einheimischen Touren mit Hundeschlitten, Schneemobil oder Schneeschuhen an. Und wer sich etwas ganz Besonderes gönnen will, sollte nach einer Schiffsexpedition in die arktischen Gewässer fragen und dabei in unberührter Natur seltenen Tierarten wie Walrossen, Eisbären, Belugas oder Trottellummen begegnen …

Wo München, Berlin oder Hamburg keine Metropolen sind

Metropolen wie New York, Boston, L.A., Philadelphia oder Washington stehen meist ganz oben auf der Liste der bei Reisenden beliebtesten Städte in den USA. Ebenfalls hoch im Kurs: Rundreisen oder eine Tour über die Route 66. Kaum jemand kommt aber auf die Idee, den Spuren deutscher Einwanderer zu folgen, die über die Jahrhunderte die Vereinigten Staaten für sich entdeckten. Passende Reiseziele sind schnell gefunden, schließlich spürt man in jedem Bundesstaat Dutzende Ortsnamen mit deutschem Ursprung auf. Es liegt auf der Hand, dass sich hier einst Neuankömmlinge ansiedelten und in die Ortsgründung ihre Wurzeln einfließen ließen. Selten aber entwickelten sich diese Städtchen dann zu echten Metropolen. Ganz im Gegenteil blieben viele eher ein kleines Kaff. Reizvoll kann eine solche „Deutschland-Rundreise“ dennoch sein – schon wegen der unbekannten Regionen, in denen diese Ortschaften liegen. Neugierig geworden? Hier sechs Beispiele, natürlich jeweils ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Berlin

„Ich bin ein Berliner“ – das traf wohl auf eine große Zahl amerikanischer Neubürger zu, denn der Name der deutschen Hauptstadt findet sich etwa 40 Mal in den unterschiedlichsten Bundesstaaten. Doch selbst zusammengenommen dürften alle diese Orte es aktuell nicht auf die Einwohnerzahl der Spree-Metropole bringen. Immerhin gut 2.000 Menschen leben in Berlin (Pennsylvania), rund 120 Kilometer südöstlich von Pittsburgh. Im von Amischen stark besiedelten Holmes County im US-Bundesstaat Ohio, knapp 100 Kilometer nordöstlich von Columbus, liegt ein weiterer Ort namens Berlin. Mit seinen rund 3.500 Einwohnern ist Berlin (Ohio) der größte Ort dieser Glaubensgemeinschaft, deren Ursprung in der reformatorischen Täuferbewegung Mitteleuropas liegt. Eine echte Idylle ist Berlin (New Hampshire) am Androscoggin River, in dem über 10.000 Einwohner leben. Ganz in der Nähe dieser von Wäldern umgebenen Kleinstadt lockt das Wintersportgebiet Presidential Range am 1.917 Meter hohen Mount Washington. Auch wer Boston besucht, hat es nicht weit nach Berlin (Massachusetts), das knapp 50 Kilometer östlich liegt. Dieses 2.000-Seelen-Örtchen erhielt seinen Namen zu Ehren der Freundschaft George Washingtons mit dem Preußenkönig Friedrich dem Großen. An den Ufern des Fox River leben knapp 6.000 Berliner, etwa 125 Kilometer nordöstlich ihrer Hauptstadt Madison im US-Bundesstaat Wisconsin. Das Stadtzentrum ist übrigens als „Huron Street Historic District“ im Nationalregister historischer Plätze der USA zu finden. Gut 30 Kilometer östlich von Albany stößt man dann zwar nicht auf den Fernsehturm, dafür aber auf den 859 Meter hohen Berlin Mountain – und auf ein ländliches Berlin (New York) mit nicht einmal 2.000 Bewohnern.

 

Hamburg

Ein wirklich schönes Reiseziel ist Hamburg (New York). Wenige Kilometer südlich von Buffalo zieht sich die 56.000-Einwohner-Stadt am Ostufer des Eriesees über eine Fläche, die etwa der von Kassel entspricht. Nicht weit entfernt tosen die Niagarafälle. In Hamburg angesiedelt ist das „Lake Erie Seaway Trail Center”, ein Besucherinformationszentrum mit saisonalen Ausstellungen. Hamburg (Pennsylvania) am Schuylkill River ist ebenfalls interessant. Zwar ist dieser Ort mit etwas mehr als 4.000 Bewohnern sehr klein, doch wunderschön gestaltet. Gut 110 Kilometer westlich von Philadelphia kann man hier einen Streifzug durch die europäische Architektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts unternehmen. Zudem überrascht das Städtchen mit idyllischen Parks und mehreren Seen in unmittelbarer Umgebung. Im US-Bundesstaat Wisconsin findet man Hamburg gleich zwei Mal: Hamburg im zentral gelegenen Marathon County ist eher ein Dorf mit nicht einmal 1.000 Einwohnern, aber immer noch größer als Hamburg im südöstlichen Vernon County. Zwar beherbergen unter anderem auch Illinois, Iowa und Minnesota Orte namens Hamburg, doch sind diese so klein, dass man sie auf Karten kaum findet oder sie fristen wie Hamburg (South Carolina) inzwischen sogar ihr Dasein als Geisterstädte.

 

München

Aus der bayerischen Landeshauptstadt gab es entweder nur wenige Auswanderer Richtung Amerika, oder ihnen gefiel ihre Stadt damals nicht gut genug. Selbst wenn man berücksichtigt, dass sich Amerikaner mit Umlauten schwertun: Munich gibt es in kaum einem Bundesstaat. Und wenn doch, dann handelt es sich um völlig unscheinbare, winzige Orte wie das 300-Seelen-Dorf New Munich (Minnesota) oder Munich (North Dakota) mit noch weniger Bewohnern.

 

Heidelberg

Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt behielten offensichtlich so einige Einwanderer in guter Erinnerung, denn der Ortsname Heidelberg findet sich in den US-Bundesstaaten Ontario, Kentucky, Minnesota, Mississippi, Pennsylvania und Texas. Außer der Stadt Heidelberg (Pennsylvania) südwestlich von Pittsburgh, deren 1.200 Einwohner sich mit einer erfolgreichen Amateurfußballmannschaft hervortun, verfallen die anderen Heidelbergs allerdings zunehmend bis zur Bedeutungslosigkeit.

 

Köln

Zwar gibt es in den USA keine Stadt, die Köln heißt. Doch gelten aus Köln stammende Siedler als Gründer von Cologne (Minnesota). Knapp 50 Kilometer von Minneapolis entfernt leben heute etwa 1.500 Menschen in diesem Ort. Neben dem 1880 errichteten Haus des Stadtgründers blieben in Cologne diverse geschichtsträchtige Gebäude erhalten. Darüber hinaus gibt es Parks, einen Golfplatz sowie ein Arboretum. Weitere – inzwischen unbedeutende Orte namens Cologne beherbergen die US-Bundesstaaten New Jersey, Texas und Virginia. Immerhin waren sie dem Präsidenten John F. Kennedy noch bekannt genug, denn bei seinem Besuch in Köln im Juni 1963 sagte er: „Ich bringe Ihnen Grüße aus den Städten Amerikas, einschließlich der Einwohner von Cologne, Minnesota, Cologne, New Jersey, und Cologne, Texas.”

 

Frankfurt

Dass es in den USA kein Frankfurt gibt, verwundert nicht. Erst recht nicht, wenn man weiß, dass die Auswanderer in ihrem Dialekt Frankfort sagten. In den Vereinigten Staaten heißen über 20 Orte Frankfort oder Frankford. Blickt man allerdings in die Geschichte all dieser vermeintlichen „Zwillingsstädte“, so stellt man fest, dass für die wenigsten von ihnen tatsächlich die deutsche Stadt Namenspate stand. Oft beruhen die Ortsnamen auf Personen, deren Vor- oder Nachnamen „Frank“ die Stadtgründer mit einem bestimmten regionalen Ereignis verbanden. Das trifft auch auf Frankfort (Kentucky) zu, seit 1792 Hauptstadt des US-Bundesstaates Kentucky. Der Name dieser 25.000-Einwohner-Stadt geht auf den Pionier Stephan Frank zurück, der 1780 an einer Furt des Kentucky Rivers ums Leben kam. Die Gründungen von Frankfort (New York), Frankford (Delaware), Frankfort (South Dakota) und Frankfort (Ohio) gehen hingegen nachweislich auf deutsche Siedler zurück, was auch an den historischen Bauwerken dieser Orte unschwer erkennbar ist.

Belize – üppige Vielfalt auf ganz kleinem Terrain

Das auf der Landbrücke nach Südamerika liegende Belize grenzt an Mexiko, Guatemala und die Karibik. Auf knapp 23.000 Quadratkilometern Landesfläche, was etwa der Größe Mecklenburg-Vorpommerns entspricht, bietet das kleine Land vielfältige Landschaften und karibisches Flair. Hier gibt es dichten Dschungel und faszinierende Nationalparks, exotische Traumstrände und sagenhafte Maya-Ruinen. Dazu ist die ehemalige britische Kronkolonie British Honduras das einzige Land Mittelamerikas mit Englisch als Amtssprache. Dass Belize den südöstlichen Teil der Halbinsel Yucatan einnimmt, lässt schon die Existenz von Hinterlassenschaften der Maya vermuten. Und so stößt man im Norden bei Orange Walk Town tatsächlich auf eine der ältesten den Maya zugeordneten Siedlungen, die wissenschaftlichen Schätzungen zufolge zwischen 2000 v. Chr. und 1000 n. Chr. bewohnt war. Die historisch bedeutsamste Maya-Stätte Caracol befindet sich mitten im Regenwald, unweit der Grenze zu Guatemala. Auf dem Vaca Plateau – gut 70 Kilometer südlich von San Ignacio – existierte ab etwa 600 v. Chr. bis um 900 n. Chr. eine riesige Stadt, in der zu Blütezeiten bis zu 115.000 Menschen lebten. Über das riesige Gelände des einstigen Königreiches Caracol führt heute ein Rundweg. Zu Gesicht bekommt man unter anderem verschiedene Altäre, Fundamente, Stelen, Tempel, Paläste und Pyramiden, von denen die höchste 43 Meter aufragt. Von der Caana aus öffnet sich der Blick weit über die gesamte Anlage.

Mit Xunantunich, El Pilar und Cahal Pech befinden sich weitere sehenswerte Maya-Anlagen ganz in der Nähe. Auf Tour durch Belize fällt auf, dass den Norden überwiegend flache Ebenen, den Süden hingegen Hügel und die Maya Mountains durchziehen. Vor der gesamten Küste erstreckt sich mit zahlreichen Cayes (Koralleninseln) das Belize Barrier Reef, nach Australiens Great Barrier Reef das weltweit zweitgrößte Riffsystem. Auf einigen der etwa 200 Inseln finden sich herrliche Sandstrände. Auf Ambergris Caye, Belizes größtem Eiland, zum Beispiel, auf dem lange, bevor sich im 17. Jahrhundert die ersten Europäer niederließen, Maya lebten. Dennoch besucht man diese Insel nordöstlich von Belize City kaum wegen irgendwelcher Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem, um sich in der Sonne zu räkeln oder in die zauberhafte Unterwasserwelt abzutauchen. Das trifft ebenso auf all die anderen Cayes zu, sei es die Südinsel von Caye Caulker, das Glover‘s Reef Atoll oder South Water Caye. Unbedingt besuchen sollte man das Lighthouse Reef, denn in dieser Lagune lebte die Natur eine ganz besondere Laune aus und ließ dabei das Blue Hole entstehen. Dabei handelt es sich um ein riesiges, mit tiefblauem Wasser gefülltes Loch mit rund 300 Metern Durchmesser – entstanden durch den Einsturz einer Höhle.

Für besonders weiße, von Palmen gesäumte Bilderbuchstrände steht das Turneffe Atoll, das natürlich ebenfalls zum Schnorcheln, Tauchen und Angeln einlädt. Wer mehr von der wunderschönen Natur sehen möchte, bucht eine Tour durch den Regenwald, der im Gegensatz zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern in Belize noch intakt ist, oder lässt sich durch die Mangrovensümpfe der Küstenregion führen. Zu den Highlights unter den vielen Nationalparks gehören der Five Blues Lake National Park mit legendären See, der Guanacaste National Park mit imposanten Bäumen, der Mayflower Bocawina National Park mit Wasserfällen und kleinen Maya-Ruinen sowie der Chiquibul National Park mit dem längsten Höhlensystem Zentralamerikas. Klar, dass man in Belize auch einer überaus artenreichen Tier- und Pflanzenwelt begegnet. Zu den besonderen Schutzgebieten gehört das Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary südwestlich von Dangriga. In diesem ältesten Jaguar-Reservat der Welt leben unter anderem über 300 Vogelarten, Tapire, Affen und Pumas. Bleibt Zeit, lohnen sich auch Abstecher in Städte wie Belize City oder die Hauptstadt Belmopan.